09. April 2026
InformationFrauen werden anders krank
Warum Frauen anders erkranken und die Medizin umdenken muss:
Podcast „Lebenswerk“ der Ordensspitäler Österreich rückt Gendermedizin in den Fokus.
Werden Frauen in der Medizin noch immer wie Männer behandelt? Und
welche Folgen hat das für ihre Gesundheit? Im Podcast „Lebenswerk“ der Ordensspitäler
Österreichs spricht Dr. Regina Steringer-Mascherbauer, Kardiologin am Ordensklinikum Linz
Elisabethinen und ausgewiesene Expertin für Gendermedizin, über strukturelle Unterschiede
in Diagnose und Therapie und warum ein Umdenken dringend notwendig ist.
„Die Studiendaten belegen, dass Frauen immer noch wie Männer behandelt werden“, stellt
Steringer-Mascherbauer im Podcast klar. Gerade bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen habe das
gravierende Konsequenzen: „Wenn wir das Beispiel eines Herzinfarkts hernehmen, dann
sind unsere Symptome anders als bei Männern. Diese werden oft wenig beachtet, sodass
der Zeitpunkt der Behandlung bei Frauen später einsetzt.“
Gendermedizin steckt noch in den Kinderschuhen
Trotz wachsender Erkenntnisse steht die Gendermedizin noch am Anfang. „Sie steckt noch
in den Kinderschuhen“, sagt Steringer-Mascherbauer. Erst seit Kurzem werde verstärkt
darauf geachtet, Frauen in Studien ausreichend zu berücksichtigen.
Dabei zeigen sich auch Unterschiede bei Medikamenten: „Frauen verstoffwechseln
beispielsweise Medikamente anders und brauchen oft geringere Dosen. Wenn wir die
gleichen Dosen wie bei Männern geben, haben Frauen schneller Nebenwirkungen.“
Projektvorstellung: Brustgesundheitszentrum im Franziskus Spital Margareten
Passend zum Thema „Frauengesundheit“ wird in dieser Episode von „Lebenswerk“ auch
das Brustgesundheitszentrum im Franziskus Spital Margareten vorgestellt, das erneut
zertifiziert wurde.
„Wir nehmen uns Zeit für unsere Patientinnen. Sie bekommen von Anfang an mit, dass wir
sie gut auffangen und den weiteren therapeutischen Weg gemeinsam planen“, betont
Oberarzt Dr. Michael Bolliger, der Leiter des Brustgesundheitszentrums.
Die Behandlung sei dabei individuell und modern: „Es gibt keine Standardoperation. Ich
möchte auch die Ästhetik erhalten können. Wenn es notwendig ist, operiere ich
onkoplastisch, also auch ästhetisch, damit die Brustform gewahrt bleibt.“
Entscheidend sei dabei stets ein ganzheitlicher Zugang: „Empathisch, herzlich und mit den
notwendigen Zeitressourcen“, so Dr. Michael Bolliger. Denn die umfassende Versorgung
gelingt nur im Zusammenspiel vieler Fachdisziplinen: Onkologie, Pathologie, Chirurgie,
Strahlentherapie, Radiologie, Gynäkologie sowie Psychologie und Seelsorge.
Den Podcast „Lebenswerk“ der Ordensspitäler Österreichs finden Sie auf allen gängigen
Plattformen und auf www.ordensspitaeler.at/podcast.